Luise Bering

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Luise Bering (* 7. November 1886 in Fröndenberg/Ruhr; † 3. Juli 1953 in Köln-Sülz) war eine Kölner Juristin und Direktorin der städtischen Wohlfahrtsschule in Köln, ab 1934 der Volkspflegeschule der Stadt Köln


Familie

Der Großvater Dr. med. Friedrich Bering stammte vom Bering-Hof in der Nähe der kleinen Ortschaft Wimbern südlich der Ruhr (* 21.10.1817; † 15.1.1888).[1] Er war in den 1848er Aufstand in Iserlohn involviert. Die Großmutter väterlicherseits war Franziska, geb. Schlünder (* 16.12.1823; † 17.2.1873). Deren Sohn und Luise Berings Vater Friedrich Wilhelm Alexander Bering aus Menden (* 8.3.1851, † 9.10.1915)[2] war promovierter Arzt und Sanitätsrat - er war der einzige praktische Arzt in der Industriegemeinde Fröndenberg. 1887 wurde er zum wichtigen Fürsprecher der Errichtung eines Krankenhauses in Fröndenberg - 1933 wurde er postum als Förderer des Krankenhausbaues mit einer Straßenbenennung geehrt. Die Großeltern Bering wohnten zunächst im sog. Boeselagerhaus, dem Haus einer Stiftsdame Clara von Boeselager; später zog sie zum Markt. Die Familie gehörte neben FabrikbesitzerInnen (u.a. Papierfabrik Himmelmann), HändlerInnen, Prokuristen, Rechtsanwälten, Hoteliers sowie lokalen Geistlichen zur schmalen Oberschicht.

Mit einer in der Nachbarschaft lebenden jüdischen Kaufmannsfamilie Bernstein unterhielten die Berings enge Kontakte, die Kinder musizierten gemeinsam und traten zusammen bei örtlichen Konzerten auf. Auch mit dem evangelischen Pfarrer zur Nieden gab es engere Kontakte, insofern dieser mit Berings Hilfe ein evangelisches Krankenhaus ins Leben rief.[3]

Luise Berings Mutter Sophie, geb. Wiemann (* 5.2.1853 in Halingen) entstammte einer Großbauernfamilie – die Großeltern mütterlicherseits waren der Gutsbesitzer Clemens Wiemann und Carolina, geb. Becker aus Halingen (heute Menden). Beide Eltern waren katholisch.

Luise war eine von sechs Schwestern und das zweitjüngste von sieben Kindern. Vor ihr wurden 1878 die Schwester Maria Auguste Caroline Bering und deren Zwillingsbruder Friedrich Carl Antonius Bering geboren. Caroline Bering blieb als Ehefrau in Fröndenberg; Friedrich Bering zog 1931 – und damit später als Luise - nach Köln[4] und wurde Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universitätsklinik Lindenburg sowie 1942 bis 1945 Rektor der Universität. Margaretha Auguste Christiane Bering, die zweite Schwester, heiratete abermals in die Gutsbesitzerfamilie Wiemann ein. Helene Josephine Bering starb mit zwei Jahren. Pauline Clementine Franziska Bering, geb. 1883, zog später als Ehefrau nach Düsseldorf. Nach Luise folgte 1891 Maria Elisabeth Helene Bering als jüngstes Mädchen.

Studium und erste Berufserfahrungen

Luise Bering promovierte 1926 in Münster an der Hohen Rechts- u. Staatswissenschaftlichen Fakultät zu dem Thema Die Frau bei den grossen später nicht mit Veröffentlichungen hervor.

Erste Berufserfahrungen gewann Luise Bering u.a. im westfälischen Arnsberg, wo sie Sozialreferentin war. Seit 1924 war sie bei der Stadt Köln angestellt, der Kölner OB Konrad Adenauer hatte sie persönlich nach Köln 'geholt'.[5] Die Stadt hatte eine Sozialbeamtin gesucht:[6] Diese sollte einerseits die Direktorin der städtischen Wohlfahrtsschule, Prof. Amalie Lauer, unterstützen:[7], andererseits die Weiterbildung und Überwachung der städtischen Fürsorgerinnen beim Gesundheitsfürsorgeamt leisten.[8] Dies waren 1923 immerhin fast 80 Frauen, 1925 schon fast 100.


Politisches Engagament

Bering war von 1930 bis zur Auflösung 1933 in der Zentrumspartei. Ein stärkeres Engagement in Frauenkreisen – bei Lauer Basis ihrer beruflichen und politischen Arbeit - ist von Bering nicht bekannt. Sie hielt jedoch vereinzelt Vorträge im Kontext der nichtkonfessionellen bürgerlichen Kölner Frauenbewegung, wogegen sie mit dem Katholischen Frauenbund, den Lauer repräsentierte, wenig Kontakte pflegte.[9] Sie las anscheinend auch nach 1933 noch die dieser nichtkonfessionellen Richtung zugehörenden Zeitschrift 'Die Frau'.[10] Die unterschiedliche (frauen-)politische Positionierung mag auf ein gespanntes Verhältnis hinweisen.

Direktorin der Wohlfahrtsschule

Ab 1925 übernahm Bering an der Wohlfahrtschule zunehmend die Aufgaben der Leitung, da Lauerals Landtagsabgeordnete häufig abwesend war.[11] 1927 konnte sie die Leiterinnenfunktion beim Gesundheitsfürsorgeamt aufgeben und wurde stellvertretende Direktorin der Wohlfahrtsschule in Vollzeit. Sie nahm nun als offizielle Vertreterin an den reichsweit stattfindenden Konferenzen aller Wohlfahrtsschulen teil. In dieser Zeit äußerte sie deutlicher als Lauer Kritik an dem Kölner Schulmodell. Wie schon andere vor ihr fordert sie 1929 auf einer Dozentenkonferenz in Anwesenheit von Ministerialrätin Helene Weber die Aufhebung der Dreiteilung in der Ausbildung. Der Pflegeanteil sei beid em Kölner Modell zu hoch, das müsse bei der Ausbildung der Familienfürsorgerin nicht sein. Bering plädierte für die Schaffung einer Einheitsfürsorgerin. In der Folgezeit seien Umstellungen in den Ämtern zu erwarten und ein häufigerer Austausch der Arbeitsgebiete die Regel. (1927 wurden vermehrt Jugendämter geschaffen.) Helene Weber, wie Lauer eine konservativ-katholische Zentrumspolitikerin, hielt dagegen. Es solle der Unterricht so ausgebaut werden, daß er auch für die Familienfürsorge tauglich sei.

Ab 1930 1.1.1930, nachdem Lauer ans Berufspädagogische Institut gewechselt war, wurde Bering nominell Leiterin der Wohlfahrtsschule. Allerdings war noch für einige Jahre eine Rückkehr von Amalie Lauer nicht auszuschließen.[12] 1932 schied Prof. Lauer aus öffentlichen Ämtern aus und die Position von Dr. Bering schien gesichert. Berings Leitungsstil scheint - anders als der der Vorgängerin - stärker kollektiv ausgerichtet gewesen zu sein. In der Korrespondenz kommen die Kolleginnen Dr. Else Meiners (die Sozialreferentin unterrichtete seit 1923 an der Ausbildungsstätte) und Gertrud Beckers (die Oberfürsorgerin war ebenfalls seit 1923 an der Schule tätig) vor. Diese drei Festangestellten betrieben bis 1938 gemeinsam die Ausbildungsstätte.

Nationalsozialismus

Im April 1933 musste sich Bering als Beamtin im öffentlichen Dienst den Regularien des Gesetz zur Erhaltung des Berufsbeamtentums unterwerfen.[13] Adenauer als OB und Schwering als Wohlfahrtsdezernent waren abgesetzt, Coerper als Dezernent für Gesundheit noch im Amt. [14] Als Frau, die eine Schule ‚nur’ mit weiblichen Auszubildenden leitete, war ihre Position als Direktorin nicht gefährdet. Durch ihre vorherige Parteimitgliedschaft war sie als mögliche Regimegegnerin markiert. Sie trat vermutlich der NSDAP, anders als ihr - inzwischen bekannterer - Bruder, nicht bei.[15] 1934 leistete Bering den Eid auf den Führer. Sie wurde Mitglied im NS-Rechtswahrerbund und ab Juli 1934 in der NSV, dem neu installierten Wohlfahrtsverband der NSDAP. Hier hatte sie es häufig mit dem NS-Bürgermeister Richard Schaller zu tun, der ‚Führer’ der lokalen und landesweiten NSV geworden war. 1935 trat sie der NS-Frauenschaft bei, die in Köln von der NS-Gaufrauenschaftsleiterin Martha von Gelinck 'geführt' wurde, die 1933 immerhin zur Kommissarin für Gleichschaltung des Gaues Köln Aachen ernannt worden war.[16] Gerade Fürsorgerinnen erhielten im NS eine relevante Stellung in der Umsetzung der Vorstellungen von ‚Erbgesundheitspflege’.[17]vgl. Krümmel, Dieter Loogen Thomas, S. 118.</ref> Die spezialisierten, ‚Gesundheitspflegerinnen’ genannten jungen Frauen übernahmen z.B. in dem neu geschaffenene Amt ‚Beratungsstelle für Erb- und Rassenpflege Köln’Aufgaben der Erb- und Rassenpflege, wie z.B. Ehestandsdarlehen, Kinderbeihilfe, Eheberatung, Erstellung von Sippentafeln u.a.“[18]

Kölner Fürsorgerinnen spielten bei den etwa 5.000 Sterilisierungsverfahren eine unrühmliche Rolle .[19]

Die Inhalte des Unterrichts bezogen dementsprechend zunehmend ‚rasse’politische Inhalte, d.h. Auslesetheorien und -praxis oder auch NS-Haushaltsführung ein. In Übergangsbestimmungen für die Gestaltung des Unterrichts an den sozialen Frauenschulen (nationalsozialistische Frauenschulen für Volkspflege) wurde der Akzent auf das Zusammenstehen in der Volks- und Schicksalsgemeinschaft betont, die Aufgabe herausgestellt, die Schülerinnen fest zu verwurzeln im Nationalsozialismus und sie aus nationalsozialistischer Geisteshaltung zu einheitlicher und eindeutiger Lösung der volkspflegerischen Aufgaben zu führen. Damit wurde darauf hingewirkt, Leistungen für nicht ‚vollwertig Gesunde’ auf das familiäre Umfeld zu übertragen.[20]
Jede einzelne Schule hat – unter strenger Wahrung des Gedankens der nationalsozialistischen deutschen Volksgemeinschaft – die landschaftlichen und bevölkerungspolitisch gebotenen besonderen Aufgaben ihres Lebenskreises zu berücksichtigen und im gegebenen Rahmen herauszuarbeiten.Übergangsbestimmungen vom 27.1.1934, Pkt IV.

Bereits in den Prüfungen zu Ostern 1934 wurden die neuen Inhalte wie ‚Erbgesundheitslehre’, ‚Nächstenliebe unter Volksgenossen’ und ‚Adolf Hitler und die Geschichte der NSDAP’ geprüft.

Bering wirkt in den wenigen vorliegenden Korrespondenzen nicht unterwürfig oder angepasst, sondern kämpfte für Freiräume für ihre Mitarbeiterinnen.[21] Dennoch fügte sie sich den Ausbildungsinhalten und integrierte sich in die neue Struktur, die neben der Stadtverwaltung neue Machtinstanzen geschaffen hatte. In einem Fragebogen des Personalamtes an die Kreisleitung der NSDAP Köln-Süd hieß es: „Die Genannte … hat keine Verdienste um die nationalsozialistische Bewegung vor und nach der Machtübernahme aufzuweisen. Die politische Zuverlässigkeit kann bejaht werden.“ Immerhin: Der Zusatz ‚ohne Einschränkung’ war durchgestrichen.[22]

Ab 1937 gab es Pläne zur Umgestaltung der Schule in eine „Volkspflegeschule“, die an die NSV angedockt werden sollte.[23] Alle drei Festangestellte, Bering, Meiners und Becker wurden nicht in die neue Institution übernommen. Sozialreferentin Meiners wurde beim Statistischen Amt der Stadt Köln untergebracht, sie wickelte auch die Übergabe der Schule ab. Laut den Unterlagen in der Personalakte Bering stimmte die erkrankte Becker einer vorzeitigen Pensionierung zu. Für Dr. Luise Bering gab es beim Wohlfahrtsamt keine Verwendungsmöglichkeit. Ihr wurde eine Stelle in einer dezernatsinternen Bücherei angeboten, die Stelle setzte jedoch keine wissenschaftliche Vorbildung voraus und mit diesem Argument konnte Bering sie verhindern. Bemühungen des Personalamtes, sie in den frühzeitigen Ruhstand zu versetzen, verweigerte die 51-jährige im Frühling 1938. Zum 1.4.1938 mit Übernahme der Schule durch die NS-Volkswohlfahrt endete Berings Tätigkeit. In einem Brief an den OB Karl Georg Schmidt schrieb sie: <blockquote>„Ich werde heute Abend der Hausmeisterin übergeben. Da ich über meine weitere Tätigkeit nichts erfahren habe, bitte ich um Benachrichtigung an meine Privatadresse …, wann und wo ich mich zu einer Rücksprache einfinden soll.“[24]</blockquote> Bering bat auch weiterhin darum, ihr ein „geeignetes Arbeitsgebiet“ zuzuweisen.[25] Sie betonte, eine ihr zugewiesene Beschäftigung müsse der bisherigen gleichwertig sein und machte von sich aus den Vorschlag, ihr die Leitung der geplanten Familienfürsorge zu übertragen, die durch Zusammenlegung verschiedener Dienstsellen entstehen sollte. Der Landeswalter für die Rheinprovinz in der NS-Volkswohlfahrt , also der mächtigen Parallelorganisation zur Stadtverwaltung, Richard Schaller schrieb ihr wenige Tage später, er bedauere, nicht zum Abschied mit ihr gesprochen zu haben und versprach ihr, ihre Verdienste um die Schule lobend zu erwähnen.[26]


Nachkriegszeit

In der Nachkriegszeit wurde Bering wieder als Leiterin installiert.[27] Im Netzwerk der Konferenz der Wohlfahrtsschulen wurde ihr die stellvertretende Leitung angetragen.


Literatur von Luise Bering

  • Die Frau bei den großen Sozialisten, jur. Diss. Münster, St. Cajetans-Druck München 1926


Literatur

  • Franken, Irene (1995): 'Ja, das Studium der Weiber ist schwer!'. Studentinnen und Dozentinnen an der Kölner Universität bis 1933 ; Katalog zur Ausstellung in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln 28. April - 10. Juni 1995. Universität Köln (Hg.). Köln: M&T-Verl.
  • Krümmel, Dieter Loogen Thomas (22. Mai 1989): Soziale Arbeit der Stadt Köln von 1933 bis 1945 unter Berücksichtigung der freien Wohlfahrtsverbände und der Wohlfahrts- bzw. Volkspflegeschule. Betreut von Willi Feldgen und W. Deppe. Köln. FH Köln Fachbereich Sozialarbeit.


Archivmaterial

  • Historisches Archiv (HAStK): Personalakte A 52 - Dr. Bering, Luise, 7.11.1886, Direktorin (Abschrift durch M. Tyrakowski im Kölner Frauengeschichtsverein)
  • HAStK Best. 654 Wohlfahrtsschule
  • HAStK Best. 535 1-36 Akten der Wohlfahrtsschule der Stadt Köln
  • HAStK: Best. 11,52 Amalie Lauer
  • HAStK Best. 1138 Stadtverband Kölner Frauenvereine A 30 Verbandsbericht: … Ankündigung von Vorträgen von Ernst Schwering und Direktorin Bering über Wohlfahrtspflege. 19. Januar 1933; A 37 Ankündigung von Vorträgen der Direktorin Dr. Bering und Dr. Grete Falk-Oevel über Wohlfahrtspflege, 16. März 1933.


Einzelnachweise

  1. Die Angaben zur Familie stellte freundlicherweise der Leiter des Stadtarchivs Fröndenberg/Ruhr, Jochen von Nathusius, zur Verfügung.
  2. Laut dem Eintrag 97/1915 im Sterberegister. Von 1896 bis 1915 hat er den TV Jahn 1881 geleitet und von 1897-1914 war er Oberst im Bürgerschützenverein.
  3. Email von Jochen von Nathusius.
  4. Archivar von Nathusius bestätigt: „Interessanterweise war für viele Fröndenberger Bürgerfamilien das entferntere Köln immer lukrativer und anziehender als etwa die nahegelegene Großstadt Dortmund.“ Email vom 16.12.2013.
  5. Ab 1927 wohnte Bering in ihrer eigenen Wohnung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Deutz in der Remigiusstr. 30 in Sülz, vgl. Abschrift Personalakte.
  6. Der Beruf der Sozialbeamtin verlangte ein reguläres Studium, die Studentinnen wurden auf leitende Stellungen in der Stadtverwaltung im Bereich der Wohlfahrtspflege vorbereitet. In Köln stand das Studium Frauen erst ab 1916 an der Hochschule für kommunale und soziale Verwaltung offen. Vgl. Franken, Studium 1995, S. 26-29.
  7. Zu Lauer gibt es viele biographische Veröffentlichungen, vgl. u.a. Sack, Birgit (1995): Dr. Amalie Lauer (1882-1950). In: Bargel, Helga Braasch Monika; Franken, Irene: "10 Uhr pünktlich Gürzenich". Hundert Jahre bewegte Frauen in Köln. Zur Geschichte der Organisationen und Vereine. Herausgegeben von Kölner Frauengeschichtsverein. Münster: Agenda-Verl. , S. 135–139.
  8. vgl. Personalakte Dr. Luise Bering. Eigentlich sollte Bering ihren Dienst beim Gesundheitsamt zum 1.6.1924 antreten, aufgrund einer akuten Erkrankung verzögerte sich der Termin um einen Monat. Dass Ihr Bruder Friedrich damals die Stadt über ihre Erkrankung in Kenntnis setzte, verweist auf ein enges Verhältnis zwischen den beiden einzigen akademisch ausgebildeten Geschwistern.
  9. So vermeldete der Stadtverband Kölner Frauenvereine am 19. Januar 1933 Vorträge von Ernst Schwering und der Direktorin Bering über Wohlfahrtspflege. Vgl. HAStK Best. 1138 Stadtverband Kölner Frauenvereine A 30 = Nachrichtenblatt des Stadtverbandes Kölner Frauenvereine vom 19.1.1933; Kopie vorhanden; am 23. Februar 1933 gab er Termine für Schulungskurse mit Referaten von Ernst Schwering, Grete Falk-Oevel, Ida Macco und Frau Dr. Bering bekannt, ebenda A 10; letztmalig erschien eine Ankündigung am 16. März 1933 Ankündigung von Direktorin Bering und Grete Falk-Oevel über Wohlfahrtspflege. Ebenda A 37 – danach löste sich der Stadtverband auf.
  10. HAStK 645,12 23.7.35 an C. Dietrich/Berlin: ‘Ich lese in der „Frau“...’.
  11. 1925 beantragte Dr. Luise Bering daher die Verbeamtung auf Lebenszeit und eine Gehaltsgruppe, die der einer Stadtärztin entsprach. Obwohl der amtierende Dezernent beides befürwortete, konnte er die Lohnerhöhung nicht durchsetzen. Das Thema der angemessenen Bezahlung hinterließ noch über Jahrzehnte Spuren in ihren berufliche Dokumenten: Obwohl ihre Leistungen von Vorgesetzten sehr geschätzt wurden, hat das Personalamt immer wieder einen Riegel vor Gehaltserhöhungen geschoben. - 1926 gab es Diskussionen im Stadtrat, die halbe Stelle als Organisatorin der Fürsorgerinnentätigkeit einzusparen und diese dem Wohlfahrtsamt unterzuordnen. Die Stadtdirektorin Dr. Hertha Kraus solle die Aufgabe mit übernehmen, hieß es. Aus der Ablehnung des Vorschlages spricht, dass Bering bei ihrem Stellenantritt vor eineinhalb Jahren bestimmte Versprechungen gemacht worden waren, die nicht revidiert werden konnten. Frl. Dr. Kraus könne die Aufgabe nicht mit übernehmen, beide Frauen arbeiteten im Übrigen sehr gut zusammen, hieß es zudem in der Korrespondenz der Ämter.
  12. vgl. HAStK Bestand 654,5 s. 6
  13. U.a. implizierte dies, den sog. ‚Ariernachweis’ zu erbringen.
  14. Es ist zu vermuten, dass - nachdem in der Weimarer Republik das Wohlfahrtsamt unter Schwering und Kraus ein wichtiger Ansprechpartner gewesen war - in der Folge wieder das Gesundheitsamt größeren Einfluss gewann.
  15. Selbstauskunft auf zeitgenössischen Personalbögen in der Personalakte. In der Abschrift von M. Tyrakowski aus der Akte, die von Krümmel/Loogen ebenfalls eingesehen wurde, heißt es explizit „nicht Parteimitglied“. Laut Krümmel, Dieter Loogen Thomas, S. 122 waren alle „die vor 1993 an der Wohlfahrtsschule tätig und nach 1933 noch Mitglied des Lehrkörpers gewesen sind“ … „Mitglieder der NSDAP“. Mit Verweis auf die Akte HAStK, 535/12. Eindeutig war dagegen die Mitarbeiterin Gertrud Beckers Parteigenossin. Vgl. Personalakte Bering 1937.
  16. Am 11.2.35 gab es eine Konfrontation wg. eines Bastelkurs durch Gertrud I. HAStK, 645,12; zu von Gelinck vgl. Dördelmann, Katrin (1995): Die NS-Frauenschaft in Köln. In: Bargel, Helga Braasch Monika; Franken, Irene: "10 Uhr pünktlich Gürzenich". Hundert Jahre bewegte Frauen in Köln . Zur Geschichte der Organisationen und Vereine. Herausgegeben von Kölner Frauengeschichtsverein. Münster: Agenda-Verl. , S. 266–278; vgl. Tyrakowski, Marlene (1995): "Die machten aus uns keine Nazissen". Kölner Frauenbewegung und Nationalsozialismus. In: Bargel, Helga Braasch Monika; Franken, Irene: "10 Uhr pünktlich Gürzenich". Hundert Jahre bewegte Frauen in Köln . Zur Geschichte der Organisationen und Vereine. Herausgegeben von Kölner Frauengeschichtsverein. Münster: Agenda-Verl. , S. 246–263, S. S. 254
  17. Vgl. Mitrovic, Emilja (1987): Fürsorgerinnen im Nationalsozialismus. Hilfe zur Aussonderung. In: Ebbinghaus, Angelika (Hg.): Opfer und Täterinnen. Frauenbiographien des Nationalsozialismus. Nördlingen: Greno, S. 14–36.
  18. Aus der Akte der Beratungsstelle HAStK 690, 459, zit. nach Krümmel, Dieter Loogen Thomas, S. 126
  19. vgl. Dalicho, Wilfent (1971): Sterilisationen in Köln auf Grund des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 nach den Akten des Erbgesundheitsgerichts Köln von 1934 bis 1943. Ein systematischer Beitrag zur gerichtsmedizinischen und soziologischen Problematik erstellt mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung durch den Siemens-Computer 4004/55. Diss. med. Köln. Köln; vgl. Endres, Sonja (2009): Zwangssterilisation in Köln 1934-1945. Köln (Schriften des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, 16); vgl. Ebbinghaus, Angelika (Hg.) (1987): Opfer und Täterinnen. Frauenbiographien des Nationalsozialismus. Nördlingen: Greno; vgl. Deres, Thomas: Quellen und Forschung zur Zwangssterilisation in Köln. Vortrag im Kolloquium 'neuere Forschungen zur NS-Zeit in Köln': 'Euthanasie' am 5.12.2003. RIGG in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.
  20. zit. nach Krümmel, Dieter Loogen Thomas, S. 115. HAStK 645,12 Verweis auf Unterricht in Volkswohlfahrtslehre und Volkswirtschaftslehre, NS- Haushaltsführung und Wirtschaftsfürsorge.
  21. So wehrte sie sich gegen politische Führungszeugnisse für diese.
  22. 14.10.1937 HAStK Personalakte Bering. Weiter hieß es dort: „Die Genannte ist als zur Sonderaktion gehörend nicht anerkannt.“
  23. Bereits ab Mai 1934 lautete der Name der Schule Volkspflegeschule. Ende Dezember 1934 wurde der Begriff Wohlfahrtspflegerin durch „Volkspflegerin“ ersetzt, Erlass des Reichs- und Preußischen Ministeriums für Wissenschaft , Kunst und Volksbildung am 17.12.1934, vgl. Nachrichtendienst des deutschen Vereins, Erlasssammlungen 1933-1938, 1938, S. 23 f; 402 f. nach Krümmel, Dieter Loogen Thomas, S. 107 und 110.
  24. HAStK, Personalakte.
  25. 7.4.1938
  26. HAStK, Personalakte Bering, 14.4.1938
  27. Krümmel, Dieter Loogen Thomas, S. 123. Ihr Erstaunen darüber wird nicht ausgeführt.

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