Lenore Gerber-Sporleder

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Leonore Gerber-Sporleder (auch Leonore) (* 23. Februar 1912 in Herne; † 2006 in Meerbusch) war eine Niederrheinische Bildhauerin (Alternatives Geburtsjahr: 1906)

Familie und Ausbildung

Mit 15 Jahren kam Lenore Gerber-Sporleder aus Herne, ihrem Geburtsort, nach Düsseldorf. Lenore Gerber besuchte von 1927 bis 1930 die Werkkunstschule in Düsseldorf, u.a. bei felicitas Klatte und Arthur Kaufmann; sie schloss eien Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf an (bis 1932). Eine weitere Spezialisierung erhielt sie bei den Bildhauern Jupp Rübsam und Erich Kuhn. "Alle Werke, sowohl die Plastiken als auch die grafischen Werke in Schwarz-Weiß oder Farbe, zeigen auf, mit welcher Gründlichkeit die Technik - vor allem das Aktzeichen - erlernt wurde. Gepaart mit außergewöhnlicher Kreativität ist große Kunst entstanden, die im In- und Ausland entsprechende Beachtung findet."[1] Ein längerer Studienaufenthalt in Rom schloss die Ausbildung ab, Italien wurde zu ihrem 'Lieblingsland'.


Berufstätigkeit

Seit Mitte der 1930er Jahre arbeitete Lenore Gerber als freie Künstlerin. Die Bildhauerin eröffnete ein Atelier in Düsseldorf-Stockum. "Während des Dritten Reiches wurde die Künstlerin zur Außenseiterin. Sie erhielt kein Arbeitsverbot, aber da sie nicht mit der politischen Richtung sympathisierte, wurden ihre Werke nicht ausgestellt." [2] Später erhielt sie öffentliche Aufträge u.a. aus Büderich[3], Düsseldorf, Dortmund, Hamburg-Gergedorf, Herne, Göttingen Krefeld, Köln und Wittlich. Sie fertigte Großplastiken in Parks und in oder an Gebäuden. Häufige Motive waren Anordnungen von Menschen und Tieren.

Mein Anliegen in der Plastik war immer die Darstellung des Menschen, reduziert auf das Wesentliche von Bewegung und Form und die Beziehung der Menschen zueinander in der Darstellung von Gruppen. Die Darstellung von Menschen in Gruppen ist mir deshalb ein besonderes Anliegen, weil sie mir die Möglichkeit gibt, die Harmonie in den zwischen-Menschlichen Beziehungen aufzuzeigen. Ich wäre glücklich, wenn dadurch ein Denkanstoß gegeben würde zu erkennen, dass Harmonie auch in größeren Gruppen bzw. zwischen den Völkern möglich sein sollte.[4] Die Kritikerin Monika Götz schrieb 2002 zu einer Ausstellung der 90jährigen: "Lenore Gerber-Sporleder formt aus Bronze, Stein oder Holz ästhetische Figuren - realistisch und kultiviert. Die menschlichen Körper wirken elegant und biegsam. Ihr Stil hat sich nur minimal verändert, trotz der wechselvollen Kunstrichtungen ist sie ihrer Gestaltungslinie treu geblieben."[5]

Leben

Lenore Gerber-Sporleder wohnte ab 1954/5 in Meerbusch-Büderich. Seit 1992 lebt sie in einem Seniorenheim in Düsseldorf-Lörick, ihre Kunstwerke konnte sie mitbringen: "Ich lebe mit den Figuren, ich brauche die Kunst in meiner Nähe", sagt die interessierte Neunzigjährige.."[6]

Ihre Nichte, Christa Bunse, verwaltet das Lebenswerk.


Ausstellungen und Werke[7]

Die Bildhauerin hatte Ausstellungen im In- und Ausland.

  • 1959/62/71 Musée d'art moderne Paris
  • 1959/62 Sala Nopoleonica Venedig
  • 1960 Galerie beaux arts Den Haag
  • 1963 Kunstverein Salzburg
  • 1968 Gemeinschaftsausstellung mit Otto Ritschl Baukunst-Galerie, Köln
  • 1971 Musée National de Gobelins Paris
  • 1974 Kl. Galerie Seattle/USA
  • 1979 Städt. Museum Wesel, Galerie im Centrum
  • 1982 Stadtmuseum Düsseldorf
  • 2002 Teloy-Mühle in Lank mit Plastiken, Grafiken und Reliefs


In Auktionen werden immer wieder Werke angeboten:

u.v.a.


Engagement

Lenore Gerber-Sporleder war in mehreren Assoziationen von KünstlerInnen aktiv:

  • Von 1959 bis 2006 war sie Mitfrau der GEDOK Köln, Fachgruppe Bildende Kunst. 1971 fertigte sie für den Verein eine Jahresgabe 'Liegendes Paar'.
  • Düsseldorfer Künstlerinnenverein e.V.
  • Künstlerverein Malkasten Düsseldorf
  • Medaillen-Gesellschaft Köln
  • Sie war Mitgründerin des Verein Meerbuscher Künstler e.V.


Ehrungen

  • 1971 Prix d'honneur auf der XIX. Jahresausstellung der Fédération international des Associations Culturelle Féminines, dem internationalen Zweig der GEDOK, für die Plastik "Vertical". Der Ehrenpreis wurde von Mme Pompidou überreicht.
  • Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Paris


Literatur von und über

  • 1968 Gemeinschaftsausstellung Otto Ritschl : [Ölbilder 1967 und 1968 ; Leonore Gerber-Sporleder ; Plastiken] Baukunst-Galerie, Ausstellung vom 14. November 1968 bis 4. Januar 1969. Köln: Selbstverl. der Galerie Baukunst (Kunsthistorisches Institut - Allg. Kunstgeschichte unter Ritschl)
  • 1971 Gerber-Sporleder, Lenore ¬[Ill.]¬ Herder-Bücherei ; 393.
  • 1979 Werner Arand: Lenore Gerber-Sporleder. Plastiken, Grafik; 6.5.- 10.6.1979, Städt. Museum Wesel, Galerie im Centrum ( Köln Kunsthistorisches Institut - Allg. Kunstgeschichte)
  • 1982 Lenore Gerber-Sporleder: Plastiken zum 70. Geburtstag, hrsg. vom Stadtmuseum Düsseldorf, Ausstellung 2. bis 25. April 1982, 16 Seiten (Köln USB, Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln)


Weblinks

http://kuenstlergalerie.meerbuscher-kulturkreis.de/gerber-sporleder/gerber-sporleder.htm http://www.ngz-online.de/rhein-kreis/persoenlicher-stil-ueberdauerte-wechselnde-kunstrichtungen-1.297555


(verifizieren: verheiratet mit Künstler Karl Eberhard Gerber? )


Einzelnachweise

  1. http://www.ngz-online.de/rhein-kreis/persoenlicher-stil-ueberdauerte-wechselnde-kunstrichtungen-1.297555
  2. http://www.ngz-online.de/rhein-kreis/persoenlicher-stil-ueberdauerte-wechselnde-kunstrichtungen-1.297555
  3. vor dem Standesamt der Stadt Meerbusch
  4. zit. nach http://kuenstlergalerie.meerbuscher-kulturkreis.de/gerber-sporleder/gerber-sporleder.htm
  5. http://www.ngz-online.de/rhein-kreis/persoenlicher-stil-ueberdauerte-wechselnde-kunstrichtungen-1.297555
  6. http://www.ngz-online.de/rhein-kreis/persoenlicher-stil-ueberdauerte-wechselnde-kunstrichtungen-1.297555
  7. Informationen zu den Ausstellungen fanden sich auf der Seite http://kuenstlergalerie.meerbuscher-kulturkreis.de/gerber-sporleder/gerber-sporleder.htm

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