Käthe Schmitz-Imhoff: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 4. November 2012, 18:32 Uhr

Käthe Schmitz-Imhoff (16. Mai 1893 in Köln; † 21. März 1984 in Köln) war eine Malerin aus Köln.


Familie

Käthe Schmitz-Imhoff stammte aus einer Familie von Dombildhauern: "Zwischen 1689 und 1923 sind allein fünf Imhoff-Generationen mit elf Trägern dieses Namens bekannt, die eine bildhauerische Tätigkeit am Kölner Dom und an vielen Kölner Kirchen ausübten."[1] Das Mädchen aus der Nordstadt besuchte das in der gleichen Straße gelegene Ursulinengymnasium. Seit ihrer Kindheit verspürte sie den Wunsch, Malerin zu werden.[2]


Ausbildung

Käthe Schmitz-Imhoff absolvierte zwischen 1912 und 1915 in Düsseldorf eine Ausbildung mit dem Abschluss Künstlerisches Lehramt - ein Kompromiss. Sie gab anschließend einige Monate Unterricht in Zeichnen und Handarbeiten an der Kölner Ursulinenschule. Sie spürte jedoch weiterhin den Wunsch nach einer qualifizierten Ausbildung: "Meine Sehnsucht, Malerin zu werden, ist in all den Jahren nie verstummt. Ich wollte malen, mich ausdrücken, verständlich machen."[3] Eine Freundin gab ihr die Adresse einer Berliner Ausbildungsstätte, der privaten Malschule von Johannes Walter-Kurau in Berlin. Mit Mühe konnte sie von der Mutter die Erlaubnis erringen, ab 1920 für ca. ein Jahr nach berlin zu dürfen. Der Künstler hat sie stark beeinflusst.[4]


Anschließend kehrte sie ins Rheinland zurück und setzte von 1921 bis 1924 - u.a. bei Heinrich Nauen - die Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie der Bildenden Künste fort. Eine Erkrankung führte zum Abbruch des Studiums vor der Prüfung.

1925 läßt sich eine - ggf. die erste - Ausstellungsbeteiligung in Köln finden [5]; die frühen Arbeiten sind jedoch kaum überliefert.

1926 bis 1933 weilte sie mit der Familie des Malers Willy Eisenschitz in Südfrankreich; auch in Paris und Italien verbrachte sie einige Zeit und nahm Unterricht.


Zeit des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieges

1933 bis 1943 hatte sie einen Lehrauftrag am Sozialpädagogischen Seminar (?) in Köln inne. Weitere Reisen führten sie nach Franken, Bayern, Rumänien und Polen.

Käthe Schmitz-Imhoff war in der Kölner KünstlerInnenszene inzwischen außergewöhnlich gut vernetzt. 1934 gründete sie zusammen mit den Kölner KünstlerInnen Franz M. Jansen und Wilhelm Geißler, Peter Sraußfeld, Anton Wolff und Irmgart Zumloh einen eigenen Kunstverlag, die Woensam-Presse (benannt nach dem Kölner Holzschnittmeister Anton Woensam). Der Kreis nannte sich auch Woensam-Ring; er ließ sich von einem Förderkreis sponsern und die Mitglieder erhielten dafür jährlich Werke zu einem Mindestwert. 1935 gab es eine gemeinsame Ausstellung, um 1937 war Käthe Schmitz-Imhoff an dem Buch Das ABC der Woensampresse zu Köln, einem Werk mit Holzschnitten, beteiligt.

Ausstellungsrezensionen lauteten nun: "Gegenüber dem ‚Kunstterror’ der ‚dekandenten Kunstanschauung’ der Zeit vor 1933 wolle die Gemeinschaft, so Vorsitzender Greferath, ‚einfach ihrem gesunden Gefühl natürlichen Ausdruck verleihen.“ [6]

Sie war mit mehreren Künstlerinnen eng befreundet, so mit 'Leni' Helene Moch oder Grete Schlegel, die sie häufig im Siegtal besuchte. Am 31.5.1942 wurde ein großer Teil ihrer Werke bei einem Bombenangriff vernichtet und sie hatte den Verlust des Elternhauses zu verkraften, in welchem sie auch ihr Atelier gehabt hatte (Machabaerstr. 1).

Nachkriegszeit

Für sieben Jahre lebte die Künstlerin improvisiert in Evakuierungsunterkünften. So galt sie eine zeitlang als 'Honneferin'. Um 1953 zog sie in eine Dachwohnung nach Marienburg. Bereits 1945 traf sie die radikale Entscheidung, als freie Malerin zu leben. Nun ging sie wieder vermehrt auf Reisen (Griechland, Jugoslawien, Türkei, 'Bessarabien (Rumänien) und später nach Israel), was viele Bildmotive und Titel spiegeln. 1976 erlebte sie eine Werkschau mit zwei Kolleginnen, Fifi Kreutzer und Hertha Meyer-Lederer. 1978 musste sie abermals einen schweren Verlust verkraften, den Brand der Atelierwohnung. Sie zog in ein Altenheim nach Zollstock (Andernacher Str.) 1981 wurde ihr eine Retrospektive im nahe gelegenen Allianz Haus Köln gewidmet, 1983 zum 90. Geburtstag die erste Kunstausstellung jemals im Maternushaus.[7] Mit 85/86 Jahren verstarb sie. Ihr Grab soll auf Melaten sein.

Einschätzung

Die Malerin war vielleicht die bildende Künstlerin Kölns mit den häufigsten Ausstellungen. Ab der Weimarer Republik konnte sie durch alle Zeitenwandel und unter allen Regimes ausstellen, mal bei der GEDOK, im Kölnischen Kunstverein oder bei der katholischen Künstler-Union. Sie assoziierte sich auch im Bergisch-Rheinischen Künstlerkreis.

Werk

Die Malerin fertigte überwiegend Figurenstücke und Portraits. Viele Bilder tragen christliche Motive wie Das Opferlamm, Hirte, Jeanne D'Arc, Pfingsten/Der Hl. Geist, Gloria in excelsis deo , oder auch existenialistische wie Ikarus II, Sisyphos II.


Engagement

Käthe Schmitz-Imhoff war Mitglied in der GEDOK Köln im Westdeutschen Künstlerbund, im deutschen Künstlerbund und in der Künstler-Union Köln.


Werke, Ausstellungen und Kataloge von Käthe Schmitz-Imhoff

  • 1925 Positano Bleistiftzeichnung
  • 1925 Zwei Frauenportraits
  • 1930er Das Hirtenmädchen von Domremy
  • Landschaft Oberfranken (Roter Felsen mit Hirt) , vermutlich aus den 1930er Jahren, auf einer Auktion bei Van Ham 1993 genannt
  • 1937 Das ABC der Woensampresse zu Köln. Neunzehnter Druck. 1. Aufl. Mit 26 Holzschnitten v. W. Geißler, A. Müller, R. Rhein, K. Schmitz-Imhoff u.a., Köln, Woensampresse
  • 1940 Dezember Kunstwerk Köln-Aachen in Verbindung mit dem Museumsverein Aachen GAU-WANDERAUSSTELLUNG KÖLN- AACHEN: Künstlerlisches Köln vor Weihnachten. Kölnischer Kunstverein AUSSTELLUNGSKATALOG; Schlußbetrachtung zur Ausstellung Kölnische Zeitung (?) 5. Dezember: "Besonders geistiger Natur sind einige landschaftliche Träumereien von Käthe Schmitz-Imhoff ..." [8]
  • 1941 Künstlerinnen stellen aus - "Reichsgemeinschaft Gedok" am Buttermarkt, Dez.1941 "Von Käthe Schmitz-Imhoff ferner einige ihrer ausgerundeten ruhig in der Farbmaterie blühenden Landschaften."
  • 1941 22. bis 29.11 Weihnachtsaustellung Kölner Künstler im Kunstgewerbemuseum [9]
  • 1943 Zeichnungen und Aquarelle Rheinischer Maler in der Universität Köln ab 16. Oktober, Arbeiten u.a. von Schmitz-Imhoff (Kunstverein)
  • 1944 Stilleben mit Blumenvase auf Fensterbank
  • 1944 Ausstellung Kölner Jahreschau - Ausstellung westdeutscher Malerei und Plastik im Kunstverein 01.März bis 30.April 1944 - Stadtanzeiger 17 und 21 3. [10]
  • 1945 Rheinische Künstlergemeinschaft Köln 1945. Ausstellung November/ Dezember 1945, Venloerstr. 16 u.a. Käthe Schmitz-Imhoff, Artikel im Kölnischen Kurier, vgl. 1988 Museum für Angewandte Kunst, Köln. Chronik 1888-1988.
  • 1946 Kunstweihnacht im Hahnentor. Kölnischer Kunstverein (Artikel Köln,. Rundschau, Katalog Diözesanbibliothek)
  • 1946 ca. Mädchen mit Spielzeugpuppe
  • 1970 Bildnis eines Mädchens mit Distelblume
  • 1971 Frieden
  • 1973 Taubenhaus und Windmühlen auf Mykonos Aquarell
  • 1973 Mit 80 an der Staffelei. Käthe Schmitz-Imhoff in: Kölnische Rundschau, Jg. 28, Nr. 97, 27.04.1973, S. 13
  • 1976 Werner Jüttner: Drei Kölner Malerinnen. Fifi Kreutzer, Hertha Meyer-Lederer, Käthe Schmitz-Imhoff. Ausstellung im Allianz-Haus Köln vom 7. Okt. bis 6. Nov. 1976, Köln (USB Köln)
  • 1978 Gemeinschaftsausstellung im Landeshauptarchiv Koblenz Karmeliterstraße, Mittelrhein-Museum Koblenz Florinsmarkt, Dezember 1978 bis 15. Januar 1979: Schmitz-Imhoff, Käthe ; Eitelbach, Kurt. Landeshauptarchiv <Koblenz> (Bibliothek Kunstakademie Dusseldorf, Frauenarchiv Kassel)
  • 1981 Käthe Schmitz-Imhoff Retrospektive. Das Allianz-Haus Köln zeigt vom 14. Mai bis 12.Juni 1981 Käthe Schmitz-Imhoff, hrsg. von [Werner Jüttner], [Köln] Adam Fuchs [Hausdr.], [1981] (UB Leipzig) dazu Schneider, Bruno: Vom besonderen Reiz des Reisens. Käthe Schmitz-Imhoff bei der Allianz. Kölnische Rundschau, Jg 36, Nr. 144, 25.6.81, S. 21 (Kasseler Frauenarchiv)
  • 1983 Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag. Eine Retrospektive mit Werken aus dem Besitz der Malerin. Köln, Maternus-Haus, [Künstler-Union-Köln]
  • [1980] Roggendorf, Heinrich „Auch leichter Tau ist Niederschlag". Erste Formulierungen 1943-47 und Lyrik des Ausgangs. Graphiken von Käthe Schmitz-Imhoff und Raffael Becker, Vorwort von Paul Gabrisch, Bürgerverein Flittard ; auch Köln, Müssener, 1980 = Strom und Ufer Bd. 12. ISBN: 3-920669-19-3
  • Werkankäufe erfolgten z.B. durch WRM, Bundesregierung, Kultusministerium NRW, Stadt Köln, Bad Godesberg, Stadt Siegburg,

Sonstige Literatur

  • 1983 Martina Schmitz: Zum Weg von Käthe Schmitz-Imhoff, in: 1983 Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag. Eine Retrospektive mit Werken aus dem Besitz der Malerin. Köln, Maternus-Haus, [Künstler-Union-Köln] ohne Pag.
  • 1983 Friedhelm Hofmann: Gedanken zum Spätwerk, in: 1983 Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag. Eine Retrospektive mit Werken aus dem Besitz der Malerin. Köln, Maternus-Haus, [Künstler-Union-Köln]
  • 1988 Museum für Angewandte Kunst, Köln. Chronik 1888-1988. Museum, Kunst und Stadt im Spiegel der Presse. Unter Mitarbeit von Gerhard Dietrich. Hrsg. von Stadt Köln/Museum für Angewandte Kunst Köln, Köln
  • #### Ingrid von der Dollen: Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der 'verschollenen Generation, Geburtstjahrgänge 1890 bis 1910. Hirmer Verlag München (U.a. zu K. S.I., Marta Hegemann und Trude Brück).
  • 2005 Düsseldorfer Künstlerinnen in der NS-Zeit. Ausstellung 23. Februar bis 17. März 2005 in der Evangelischen Johanneskirche, Düsseldirf, erstellt von Forum Demokratie Düsseldorf und kom'ma e.V. (Stadtbücherei Düsseldorf)

Einzelnachweise

  1. vgl. Grußwort Kardinal Höfner in: 1983 Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag.
  2. 1983 Martina Schmitz: Zum Weg von Käthe Schmitz-Imhoff, in: 1983 Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag. Eine Retrospektive mit Werken aus dem Besitz der Malerin. Köln, Maternus-Haus, [Künstler-Union-Köln] ohne Pag.
  3. zit. nach 1983 Martina Schmitz: Zum Weg von Käthe Schmitz-Imhoff, in: 1983 Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag. Eine Retrospektive mit Werken aus dem Besitz der Malerin. Köln, Maternus-Haus, [Künstler-Union-Köln] ohne Pag.
  4. vgl. 1983 Martina Schmitz: Zum Weg von Käthe Schmitz-Imhoff, in: 1983 Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag. Eine Retrospektive mit Werken aus dem Besitz der Malerin. Köln, Maternus-Haus, [Künstler-Union-Köln] ohne Pag.
  5. Ab 23.2.1925 im Kölnischen Kunstverein. "... diese Künstler sind stark und gesund" hieß es in einer Besprechung, vgl. 1988 Museum für Angewandte Kunst, Köln. Chronik 1888-1988. Museum, Kunst und Stadt im Spiegel der Presse. Unter Mitarbeit von Gerhard Dietrich. Hrsg. von Stadt Köln/Museum für Angewandte Kunst Köln, Köln bei 1925
  6. Stadtanzeiger zur Ausstellungsgemeinschaft Kölner Künstler, 12. Oktober 1936 in der Galerie Abels, vgl. 1988 Museum für Angewandte Kunst, Köln. Chronik 1888-1988. Museum, Kunst und Stadt im Spiegel der Presse. 1936
  7. "Durch ihr Werk als Malerin hat Käthe Schmitz-Imhoff prägenden Einfluß auf das Verhältnis von Kirche und Kunst genommen. Die in der Maternus-Ausstellung deutlich werdenden Themen aus den Bereichen der Mythologie, der Heiligen Schrift und der Gegenwart machen deutlich, daß die Künstlerin ihr Werk als Kunde und Mahnung versteht." Grußwort Kardinal Höfner in: 1983 Käthe Schmitz-Imhoff zum 90. Geburtstag.
  8. http://magdafelicitasauer.blogspot.de/2010/05/kunstlerinnen-stellen-aus.html#!/2010/05/kunstlerinnen-stellen-aus.html
  9. vgl. 1988 Museum für Angewandte Kunst
  10. "Die traditionelle Jahresschau westdeutscher Malerei und Plastik ... ist nach den Begrüßungworten von Bürgermeister Ludwig bei der Eröffnung am Samstag, die eine große Anzahl geladener Gäste versammelt hatte, als ein Zeichen des unerschütterlichen und unbeirrbaren Kunstwillens der Veranstalter wie der (?) Künstler zu werten, vor allem der Künstler, deren Wirken durch Schwierigkeiten aller Art von der Beschaffung der Materialien ab, gehemmt ist. Sie ist aber auch ein Dokument der verständnisvollen Pflege, die auch in den schweren Zeiten des Krieges der deutschen Kunst und ihres Schaffens zuteil wird.“ ... "Die beiden Kölner Malerinnen Käthe Schmitz-Imhoff und Mechthild Schmitz führen den Beschauer in den Osten, jene zu Fischerhütten an der Weichsel, ein Bild geruhigen Friedens, wo neben dem bunten Blumengarten, Fischernetze ausgespannt sind, diese in die Krakauer Strasse in Lubin (?), wo im Schatten alter Kirchen und trotziger Festungstürme ein buntes östliches Volksleben sich entfaltet." zit. nach http://magdafelicitasauer.blogspot.de/2010/10/1944.html

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