Jambga: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 4. November 2012, 19:28 Uhr

<ReplaceRedLinks lang="de"/>Jambga (* 1872 (?) in Benin, † Ende Oktober 1898 in Köln) war eine Afrikanerin, die im Herbst 1898 als Mitglied einer so genannten Völkerschau nach Köln kam. Sie starb mit 16 Jahren aufgrund schlechter Lebensbedingungen bei dem afrikanischen ‚Amazonencorps’.


Völkerschau: Menschen als Exponate

Die „Zurschaustellung von Menschen einer fremden Kultur [1] war eine Praxis seit den ersten Eroberungsreisen der europäischen Seefahrernationen[2], verstärkt setzte sie sich jedoch – parallel zur Ausdehnung des Kolonialismus - ab Mitte des 19. Jahrhunderts europaweit durch. Typische Vorführ-Orte waren Zoos und Kirmesrummel, sei es der Berliner Tiergarten, die Münchner Wiesn oder der Hagenbeck-Zoo in Hamburg,. Mehr als 300 Menschengruppen sollen es gewesen sein, die durch Europa tingelten.[3] Die Aufgabe der Gruppen war, "unverfälschtes Naturvolk" darzustellen, “eine Scheinrealität mit ‚traditionellen Tänzen’, ‚Ritualen der Medizinmänner’, öffentlichen Geburten und handwerklichen Darbietungen.“ [4]

Auch in Köln fanden die Präsentationen von lebenden Exponaten AnhängerInnen, die Vorführungen fanden im Vergnügungsareal Goldenes Eck in Köln-Riehl oder im dortigen Kölner Zoologischen Garten statt. Zwischen 1878 und Anfang der 1930er Jahre zeigte allein der Kölner Zoo sieben Exoten-Performances.[5] Die Präsentationen im Kölner Zoo unter Dr. Ludwig Wunderlich galten dabei noch als „verhältnismäßig zurückhaltend“. Anderenorts wurden „regelrechte Spektakel aufgeführt und nackte ‚’Wilde’ Seite an Seite mit Tieren aus ihrer Heimat gezeigt.“ [6] Im Extremfall konnten die BesucherInnen der Shows die ‚fremden’ Körper anfassen. - Auch in geschlossenen Räumen wurden Völkerschauen inszeniert. Castans [auch Castan’s] Panoptikum zeigte in der Hohe Straße oder in der Dependance an der Frongasse in Riehl regelmäßig ausländische „Truppen“, die für ein paar Wochen Exotik und Erotik nach Köln bringen sollten.[7]


Rezeption der Völkerschauen

Bei einigen Völkerschauen mit ‚folkloristischen’ Alltagsdarstellungen stand vorgeblich ein erzieherischer Aspekt im Vordergrund.[8] Die Veranstaltungen mit den “Edlen Wilden” wurden als “anthropologische“ Informationsvermittlung verkauft, als Repräsentation der mit Deutschland verbundenen kolonialen Kulturräume. - LehrerInnen brachten ganze Schulklassen zu den ‚Cameroon-Zulus’ ins Panoptikum.[9] Zweifel am reinen Aufklärungswillen sind angebracht: „Der absolute Anspruch der Europäer auf Überlegenheit gegenüber anderen Menschenrassen pervertiert nach Sklaverei, Kolonisation, Unterdrückung, Ausbeutung der unterjochten Völker noch einmal: So genannte exotische Menschen werden auf dubiose Weisen angeworben, überredet, nach Europa gelockt und zu Tieren ähnlichen Schauobjekten herabgewürdigt. Die ‚neue’ Spielart des Rassismus als Freizeitvergnügen, kaschiert als Interesse an fremden Lebensformen, demonstriert und studiert am ‚lebenden Objekt’.“[10]

Einige Darbietungen warben mit der Zurschaustellung körperlicher ‚Abnormitäten’ andere setzten auf wohlige Gruseleffekte gegenüber ‚Fremden’ und Anderen (sog. Othering). Die Presse heizte die Stimmung entsprechend an: "Gleich werden sie den vorwitzigen Zeitungsmann an die Martersäule binden, uah-uh-uah! Sie kommen auf mich zu und fuchteln mit den Armen, rollen wilde Augen und machen dabei die Gebärde des Zerschlagens." , exaltierte sich ein Redakteur 1931 im Stadtanzeiger.[11] Sara-Kaba (so genannte „Lippenplattennegerinnen“) demonstrierten noch angebliche Traditionen des Körperschmucks, die zu der Zeit sogar schon von der Kolonialregierung verboten war.[12]

Werbung und Zeitungsartikel enthielten erotische Formulierungen und rassisierende Beschreibungen der nackten Schönen fremder Ethnien. Anscheinend blieb die erotische Faszination nicht auf die deutschen Männer beschränkt, auch die Männer der 'Stämme' wurden über ihren Körper definiert und zum Beispiel als "Krieger mit kräftigem, schönem Körperbau" beschrieben.[13] „Während der Vorstellung hämmerte ein Mitglied der Truppe, ein schön gebauter Mann mit edlen Gesichtszügen, in einer höchst primitiven Schmiede eine Lanzenspitze.“, wusste der Stadt-Anzeiger zu berichten (16. 6.1890). Die „muskelös-sehnigen, schlanken, geschmeidigen Menschen, die fast völlig nackt gingen“ zogen auch weibliches Publikum an. "In der Presse wurde [...] vor allem immer wieder hervorgehoben, wie die ‘herkulisch-animalischen’ Körper der Neger besonders die ‘Damenwelt’ faszinierten." [14]. Dennoch war "die überproportionale Besetzung der Völkerschauen mit möglichst ‘ursprünglich’ bekleideten Frauen deutlich auf männliche Bedürfnisse ausgerichtet [...]. ” [15]

Die Faszination des angeblich Triebhaften und Wilden weist auf die Gesellschaft des Kaiserreichs, der Gründerzeit und des Imperialismus mit ihrer Militarisierung, ihren Sittlichkeitskampagnen und einer damit einhergehenden Triebunterdrückung zurück.


Jambga

Jambga war „Exponat“ einer Gruppe so genannter Dahomey-Amazonen, die als Mitglied einer Stammesleben performenden Gruppierung gegen Eintritt betrachtet werden konnte.[16] In Westafrika waren (für europäische Geschmäcker) möglichst ‚ansehnliche’ bzw. sexuelle anziehende Frauen engagiert worden, die als ‚exotische Fremde’ mehrmals täglich kriegerisch anmutende Schwertkämpfe vorführten, die die Impresarios ihnen zuvor erst beigebracht hatten. [17]

Die ‚Anführerin’ der „Soldaten im Unterrock“, wie der Stadt-Anzeiger sie betitelte, war ‚Gumma’ oder (kölsch?) ‚Yumma’, "eine schön gewachsene junge Negerin mit angenehmen Zügen". [18] Ihre Bekleidung und ihr Aussehen wurden immer wieder detailliert im Kölner Stadt-Anzeiger beschrieben: „Die Kriegerinnen sind schlaue, zumeist wohlgebildete kastanienbraune Gestalten, nur eine oder zwei haben eine lichtere, einige auch dunklere Farbe. Sie tragen eine Art Mieder, welches die Brust bedeckt und mit kleinen weißen Kauri-Muscheln verziert, Amulette, die am Halse und auf der Brust getragen werden, gehören mit zu dem Schmuck der schwarzbraunen Damen.“ [19]

Zwischen 1890 bis 1908 kam das Amazonen-Corps in unterschiedlicher Besetzung vier mal nach Köln – die Gage scheint überdurchschnittlich hoch gewesen zu sein. Ob auch Jambga mehrmals dabei war, ist nicht überliefert. Fakt ist: Sie wurde krank, nicht unbedingt durch einen unbekannten Krankheitserreger oder aufgrund von Heimweh, sondern durch die Lebens- und Arbeitsumstände als Nackte im kalten Europa. Sie bekam eine Lungenentzündun und wurde ins Kölner Bürgerhospital aufgenommen, starb jedoch kurz darauf.[20]

Aus mehreren Zeitungsartikeln - u.a. noch aus dem Jahr 1928 - geht hervor, wie die Totenehrung begangen wurde. „Nach einer Samstagabend-Vorstellung begannen sie ihre Zeremonie.“[21] Die eigentliche Feier fand, nach Geschlechtern getrennt, in den Schlafsälen statt - die Kölner Öffentlichkeit hatte da - naheliegend - keinen Zugang. Diesen Ausschluss bedauerten die Kölner Medienvertreter gewaltig: „Leider hat keiner von den Angestellten Zutritt erhalten, um diese eigenartige Feier, die von 8 bis 10 Uhr dauerte, schildern zu können.“ – oder: „Kein Weißer hat die seltsamen Zeremonie gesehen, gehört hat man aber viel.“, hieß es da.

Phantasie oder Realität? Die Presse lieferte pittoreske Schilderungen: „Vor der Thür hörte man nun Trommelschlag, Tänze und Exercitien, dabei ein ohrenzerreißendes Schreien und Heulen.“ - „Unter wilden Trommelschlägen tanzten und marschierten die Kriegsweiber durch die Säle, wobei sie durch ohrenzerreißendes Schreien und Heulen in immer stärkere Ekstase gerieten. Vorher hatte man sämtliche Fetische und Götzen in die Räume gebracht. Der Kriegstanz dauerte von 8 bis 10 Uhr. Danach sah man die Amazonen vollständig erschöpft auf ihren Betten liegen.“ [Wer sah sie denn eigentlich dort? die Verf.] [22] Derweil ruhte die Leiche noch im Hospital. Erst am folgenden Tag fand die Beerdigung statt: „Die Oberkriegerin Yumma begab sich mit zwei Verwandten der Verstorbenen in vollem Kriegsschmuck zu der Leiche, die in der Totenkapelle des Bürgerhospitals würdig aufgebahrt war. Yumma erbat sich ein Tuch und verlangte wieder, daß die Weißen von den Zeremonien ausgeschlossen würden. Als nach einer halben Stunde die rätselhaften Handlungen noch nicht zu Ende waren, mußte man die Kriegsgesellschaft zum Aufbruch mahnen. Die Tote lag mit offenen Augen, den Blick nach oben gerichtet, so wie der Amazonenbrauch es verlangt, da sonst die Tote unerlöst bleibt. Der Sarg wurde nun nach Melaten geschafft, die Amazonen folgten im Wagen. Eine ungeheure Menschenmenge hatte die Neugier zum Friedhof getrieben, so daß der Kutscher des Leichenwagens seine ganze Lunge aufbieten mußte, um durchzukommen. Hinter dem Sarge schritten die von Schmerz erschütterten Amazonen, deren farbige Kriegstracht seltsam und andersweitig (?!) von dem grauen Herbsthintergrund abstach. Am Grabe hielt Yumma die Totenrede, die ein Dolmetscher übersetzte: ‚Jambga, teure Kriegerin unseres mächtigsten Königs von Dahomey, teure Schwester, du bist von Hause ausgezogen gegen die Sonne, um dir und deiner Familie Geld zu verdienen und heimzukehren zu den deinigen. Fetisch, dein Gott, den du verehrt hast, hat es anders gewollt und dich hier sterben lassen in fremder Erde, aber deinen Geist hat er mitgenommen nach Afrika, er ist jetzt wieder bei deinem Gotte. Schlafe wohl, auf Wiedersehn, teure Schwester.’ Dumpf fielen kleine Ballen Erde auf den Sarg. Schluchzend und gebeugt verließen die Amazonen den Friedhof, wobei ein schier endloser Wall ‚weißer’ Menschen scheu und verständnislos zurückwich.“ [23]

Die Schilderungen der Zeremonien „am Tage nach Allerseelen“ gehen laut Giesecke „weit über die üblichen Ankündigungen hinaus. Darstellungen über Gefühle, Gebrechen und sogar Tod der Teilnehmer machen die große öffentliche Wahrnehmung der Völkerschauen deutlich.“ [24]

Das Grab von Jambga befand sich noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Kölner Melatenfriedhof nahe des mittleren Eingangs auf der Aachener Straße auf dem Feld 17, 10. Reihe, Grab 18.[25] Heute ist dort eine Rasenfläche.


Ausklang

Noch gegen Ende der Weimarer Republik kündigte der Kölner Zoo-Direktor Friedrich Hauchcorne eine letzte Völkerschau an, um dem „wirtschaftlich angeschlagenen Zoologischen Garten“ nochmals eine Attraktion zu verschaffen. [26]

Die vorgeblichen "Kannibalen der Südsee" aus Neukaledonien erzielten bis zu 27.000 BesucherInnen pro Tag.[27] Die getauften Christen verspeisten in ihrer Darbietung zwar nur Reis, Fleisch und Früchte, aber das tat dem Zustrom keinen Abbruch. Im Gegenteil: de Minschefresser duvezahm gingen ins Kölner Liedgut ein. " <Louis>'Eine gelungene Propagandaunternehmung für die Institution Zoo’, erklärt Zoodirektor Hauchcorne, als die Neukaledonier nach vier Wochen Aufenthalt zu ihrer nächsten Spielstätte weiterreisen.“ [28]


In politischer Hinsicht erfüllten die Völkerschauen gleich mehrere Funktionen: Sie etablierten ein nationales Superioritätsgefühl gegenüber den Unterworfenen wie gegenüber konkurrierenden Kolonialmächten. Und sie verhalfen der wissenschaftlichen Rassenforschung zu Objekten: Der Mediziner und Naturwissenschaftler Rudolf Virchow erhielt für sich und Mitglieder der "Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte" von Hagenbeck/Hamburg mehrfach "Völkerschau"-Exponate zu Forschungen überstellt. Die Ergebnisse flossen direkt in die Rassentheorien ein, die unter Hitler zum Rassenwahn führten. Desweiteren gaben sie vielen Männern und einigen Frauen sexuelle Kicks. Und die Impresarios und Spielstätten verdienten kräftig an den wandernden Kompagnien.[29]


Mit dem NS-Regime gingen die Völkerschauen zu Ende, nun stand die Überlegenheit der 'arischen Rasse’ gegenüber der jüdischen zentral. Für zwielichtige Vergnügungen und erotische Attraktion 'Fremvölkischer' gab es keinen Raum mehr.[30]

Literatur

  • Hannes König, Erich Ortenau: Panoptikum. Vom Zauberbild zum Gaukelspiel der Wachsfiguren. Isartal, 1962.
  • Reiner Pommerin (1979): Sterilisierung der Rheinlandbastarde. Das Schicksal einer farbigen deutschen Minderheit 1918–1937. Düsseldorf: Droste.
  • Abt, Josef; Vomm, Wolfgang (1980): Der Kölner Friedhof Melaten. Begegnung mit Vergangenem und Vergessenem aus rheinischer Geschichte und Kunst. Köln: Greven.
  • Stephan Oettermann in: Kosok, Lisa; Jamin, Mathilde (Hg.) (1992): Viel Vergnügen. Öffentliche Lustbarkeiten im Ruhrgebiet der Jahrhundertwende. Essen: Ruhrlandmuseum Essen.
  • Nigel Rothfels (2002): Savages and Beasts. The Birth of the Modern Zoo, Johns Hopkins.
  • NN(12.06.06): Von Kannibalen und Kolonialisten. Vor 75 Jahren: Im Kölner Zoo werden "Südsee-Insulaner" gezeigt. Reihe: Stichtag. Online verfügbar unter http://www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2006/06/12.jhtml, zuletzt aktualisiert am 12.06.06, zuletzt geprüft am 22.07.2011.
  • Sunna Gieseke (2008): „Manche Herren sind sogar Stammgäste“ – Afrikanische Völkerschauen in Köln. Köln postkolonial - Die (koloniale) Begegnung. Online verfügbar unter http://www.kopfwelten.org/kp/begegnung/voelkerschau/index.html, zuletzt aktualisiert am 28.03.2008, zuletzt geprüft am 22.07.2011.
  • Susanne Gieseke (2008): „Soldaten im Unterrock“ – Amazonen in Köln online Köln postkolonial - Die (koloniale) Begegnung. Online verfügbar unter http://www.kopfwelten.org/kp/begegnung/amazonen/ (Letzte Aktualisierung am:28.03.2008)zuletzt geprüft am 22.07.2011.
  • Kurrath, Winfried; Deutsche Welle (2011): Kalenderblatt 11.3.1874: Hagenbecks Exotenschau. Online verfügbar unter http://www.kalenderblatt.de/index.php?what=thmanu&manu_id=78&tag=11&monat=3&weekd=&weekdnum=&year=20, zuletzt aktualisiert am 2011, zuletzt geprüft am 22.07.2011.


Einzelnachweise

  1. “Von Kannibalen und Kolonialisten. Vor 75 Jahren: Im Kölner Zoo werden "Südsee-Insulaner" gezeigt. Reihe: Stichtag. (12.06.06). Online verfügbar unter [1], zuletzt aktualisiert am 12.06.06, zuletzt geprüft am 22.07.2011.
  2. vgl. Kurrath, Winfried; Deutsche Welle (2011): Kalenderblatt 11.3.1874: Hagenbecks Exotenschau. Online verfügbar unter http://www.kalenderblatt.de/index.php?what=thmanu&manu_id=78&tag=11&monat=3&weekd=&weekdnum=&year=20, zuletzt aktualisiert am 2011, zuletzt geprüft am 22.07.2011.
  3. Von Kannibalen
  4. Von Kannibalen
  5. Vgl. Gieseke, Sunna (2008): „Manche Herren sind sogar Stammgäste“ – Afrikanische Völkerschauen in Köln. Köln postkolonial - Die (koloniale) Begegnung. Online verfügbar unter http://www.kopfwelten.org/kp/begegnung/voelkerschau/index.html, zuletzt aktualisiert am 28.03.2008, zuletzt geprüft am 22.07.2011.
  6. Von Kannibalen
  7. Ansonsten enthielt das Wachsfigurenkabinett eine Dauerausstellung von Plastiken berühmter Politiker oder VerbrecherInnen, in anderen Räumen waren Fossilien, präparierte Tiere und medizinisch-anatomische Modelle ausgestellt. Freaks (bärtige Frauen) oder Filme über Homosexuelle wurden als Sonderpräsentation vorgeführt.
  8. Vgl. Gieseke, Herren
  9. Ein 'messbarer' Effekt war, wie Leserbriefe belegen, dass männliche Jugendliche danach für einige Wochen Singhalesen oder Afrikaner spielten und Geld einsammelten, vgl. Gieseke, Herren.
  10. Kurrath, Kalenderblatt
  11. Von Kannibalen
  12. vgl. Gieseke, Herren
  13. Gieseke, „Soldaten im Unterrock“ mit Verweis auf Stadt-Anzeiger zu Nr. 239 der Kölnischen Zeitung, Freitag, 29. August 1890
  14. Stephan Oettermann (1992) S.96
  15. ebenda
  16. Aie selbst bezeichneten sich als Abkömmlinge des Königs von Dahomey (heute Benin) und hätten damit in einer französischen Kolonie gelebt, laut Susanne Gieseke: „Soldaten im Unterrock“ stammten die Frauen (und Männer) aus der deutschen Nachbarkolonie Togo.
  17. Die 'Amazonen' gehörten vermutlich nicht zu den besonderen Gruppen, die in separaten Kabinetten oder Damenhallen spezielle Vorstellungen für Herren gaben – sozusagen frühe Peepshows lieferten. Dennoch bedienten sie das Stereotyp der sexuellen Freizügigkeit.
  18. 1890 ist jedoch von einem Führer die Rede.
  19. Stadt-Anzeiger zu Nr. 239 der Kölnischen Zeitung, Freitag, 29. August 1890
  20. Gestern nach Allerseelen fand auf dem Friedhof zu Melaten ein seltenes Begräbnis statt. Eine Amazone der Truppe, die in Castans Panopticum ihre Vorstellung gibt, war vorige Woche plötzlich an Lungenentzündung erkrankt. Der behandelnde Arzt ordnete Unterbringung in das hiesige Bürgerhospital an. Die Krankheit verschlimmerte sich und am Samstag raffte der Tod das sonst kräftige Mädchen dahin.“( Stadt-Anzeiger zu Nr. 503 der Kölnischen Zeitung, Donnerstag, 3. November 1898, zit. nach Köln postkolonial) Aus zeitgenössischen Quellen ist bekannt, welch große Furcht die afrikanischen Mitglieder der Völkerschauen hatten, bei den Weißen, den Vertretern der Kolonialmächte, zu sterben: So dokumentierte der Stadt-Anzeiger, dass eine „aufgrund einer Verletzung an der Hand vorsichtshalber in das städtische Hospital eingelieferte junge Frau große Angst davor hatte, in Köln zu verscheiden. "Eine der Amazonen, die in Castans Panopticum Vorstellungen geben, befindet sich seit einigen Tagen im städtischen Hospital. Die braune Kriegerin hatte sich eine kleine Verletzung an einer Hand zugezogen; vorsichtshalber übergab man sie dem Krankenhause. Die Pflege, die ihr zuteil wird, bekommt ihr gut, aber ihr Sehnen und Träumen geht nach Africa. 'Nicht hier sterben'“, sagte sie dieser Tage dem sie besuchenden Führer dieser Truppe, 'nicht unter Weißen begraben.' Dabei that sie entsetzlich ängstlich. Ob sie sich den Teufel wohl weiß vorstellt?“ fragte der Redakteur despektierlich. Stadt-Anzeiger, Beilage zur Kölnischen Zeitung, Nr. 258 vom 17.9.1890. Susanne Giesecke kommentiert: „Der Gedanke liegt nicht fern, dass die 'Amazone' sich eventuell deshalb an der Hand verletzt hatte, weil sie niemals ein Schwert in der Hand gehalten hatte, bevor sie nach Deutschland kam, und dies nur für die Völkerschau eintrainiert hatte.“
  21. Ayhan Demirci: Und die Kriegerinnen tanzten auf den Gräbern. 1898 erlebten die Kölner auf Melaten eine afrikanische Beerdigung. Melaten. In: Geschichten aus dem Reich der Toten. Express, Sonderdruck vom September 1995, S. 12. – Getanzt haben die ‚Amazonen’ am Grab gerade nicht, wie aus unten stehenden Text deutlich wird.
  22. zit. nach Abt, Josef; Vomm, Wolfgang (1980): Der Kölner Friedhof Melaten. Begegnung mit Vergangenem und Vergessenem aus rheinischer Geschichte und Kunst. Köln: Greven, S. 30/31.
  23. zit. nach ebenda
  24. Gieseke, Herren
  25. Abt, Vomm, S. 31
  26. Von Kannibalen. „Neben Neukaledoniern werden auch Samoaner, Inder, Beduinen, Eskimos, Sara Kabas und Aschanti vorgeführt.“
  27. „"Farbenprächtige Kriegstänze, herrliche Chorgesänge, Kämpfe und Spiele zu Wasser und zu Land." „ ... „ ‚35 prächtige Gestalten von den Loyalty-Inseln’, heißt es in einer Anzeige des Kölner Zoos vom 12. Juni 1931.“
  28. Von Kannibalen
  29. Kurrath, Kalenderblatt: „Für Rudolf Virchow (1821-1902) und seine Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte stellte die persönliche Anschauung anderer Menschentypen und -rassen in Castans Räumen oder in denen der Charité ein wissenschaftliches Muss dar. Beschreibende und erklärende Berichte darüber gingen für immer in die Fachliteratur ein.“
  30. In Köln wurden nun Kinder schwarzer Soldaten zwangsweise sterilisiert, wie Pommerin analysiert hat.



Hinweis

In der Bibliothek des Kölner Frauengeschichtsvereins sind Materialien über Jambga erhalten. Weitere Hinweise – Zeitungsartikel, Tagebuchauszüge, Fotos etc. - sind willkommen: Email


--Köfge 17:47, 26. Jul. 2011 (CEST) <ReplaceRedLinks lang="de"/>