Elsa Baumbach: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 4. November 2012, 18:02 Uhr

Elsa Baumbach (laut Adressbuch Elisabeth, amtlich auch Else Baumbach, familienintern Liesel), (* 18. Oktober 1887 in Berlin; † nach 1961 in Köln) war eine Charakter-Schauspielerin und Rezitatorin.

Familie

Die Vorfahren väterlicherseits kamen aus dem Loisachtal in den bayerischen Voralpen. Mehrere der männlichen Vorfahren konnten nicht ihren musischen Neigungen folgen. Die Familie mütterlicherseits besaß eine Mühle in Unterfranken. Ihre Mutter Gertrud aus einer reichen Patrizierfamilie brachte sechs Kinder, u. a. zwei Mädchen, zur Welt, bei der Geburt des 6. Kindes verstarb sie. Diese Ahnin war „von männlicher Energie, hoher Stirne, forschenden Augen; außerordentlich begabt; sie schrieb Eingaben an Ministerien – schrieb geschätzte Artikel und Aufsätze für große Journale; beherrschte Sprachen – spielte künstlerisch Klavier – sang Mozart – Königin der Nacht – alles zu ihrer eigenen Freude. [1] Trotz der Herkunft war die Großmutter zeitweilig zur Berufstätigkeit gezwungen: Ihr Bruder verspielte ihren elterlichen Vermögensanteil; sie musste beruflich ‚Gesellschaftsdame’ werden, machte große Reisen – auf einer sah Doktor Anton sie auf dem Schiff - da war der Bund fürs Leben geschlossen….“ [2] Der Großvater war zwanzig Jahre älter als sie.

Deren Tochter Josefine Steigerwald, Elsas geliebte Mutter, war „eine sensible Künstlernatur“[3], eine phantasievolle Erzählerin, die deswegen bisweilen der Lüge bezichtigt wurde. Sie wuchs im Nürnberger und Würzburger Raum auf und musste schon früh aufgrund des schwankenden Charakter des Vaters auf verschiedenen landwirtschaftlichen Gütern „wirtschaftend regieren“.[4] Stundenlang wanderte Josefine mit ihrer Mutter Gertrud herum, die früh starb. Eine Stiefmutter kam ins Haus. Bereits ab dem 6. Lebensjahr hatte das Mädchen intensiv Klavier gespielt, dies wurde von der Stiefmutter zunächst verboten. Die Mutter wurde Manisch-depressiv! – Wie eine Kurve der Temperatur – Auf und ab! [5] Josefine floh, setzte dann weiteren Musikunterricht durch und machte das Klavier-Examen. Etwas müde in der Seele heiratete sie den Mann, den der Vater ihr suchte – zwanzig Jahre älter; - interessant; sympathisch, von bestem Wollen für die Zukunft beseelt[6], mit Grundbesitz in Bayern und Berlin, - Herrn Baumbach.

Kindheit und Bildung

Aufgrund der beruflichen Tätigkeit des Vater hielt sich Familie Baumbach zwei Jahre in Berlin auf. In dieser Zeit wurde Elsa geboren. Die kulturhungrige Mutter Josefine lebte in der Berliner Welt der Galerien und Museen auf. Um 1889 ging es zurück in die Berge. Auch „Liesel“ wollte als Kind wie ihr Vater Landwirtschaft studieren und Verwalterin des familieneigenen Hofgutes werden. Sie liebte das Landleben und die Tiere. [7] Nach dem Bankrott des Vaters musste die Familie jedoch das Hofgut verlassen und zog ganz nach Berlin. Elsa Baumbach, die schon zuvor häufig Kopfschmerzen hatte und bisher zuhause unterrichtet worden war, besuchte nun erstmals eine höhere Töchterschule. Die Schule empfand ich als Freiheitsberaubung![8] Elsa fühlte sich extrem unwohl unter den Stadtmenschen. Nach dem frühen Tod des Vaters lebte die kleine Familie in ärmlichen Verhältnissen von den Näh- und Stickarbeiten der Mutter. Der Bruder verstarb ebenfalls früh. Mit dem wenigen Ersparten nahm die Mutter wieder einige Stunden Klavierunterricht bei einer Schülerin von Clara Wieck.

Schauspielunterricht

Josefine Baumbach nahm Elsa eines Tages zu einer künstlerischen Vereinigung mit. Und da geschah es, - das Ausschlaggebende fürs Leben! – Ein kleines Stück wurde aufgeführt, - ein Kind spielte da eine Rolle – und Liesel sagte am Schluß ganz einfach zu ihrer Mutter: ‚Das kann ich auch!!
Elsa äußerte den Wunsch, Schauspielerin zu werden. Die Mutter unterstützte die Idee nicht, behinderte sie aber auch nicht. Ihre Tochter war sonst scheu, - bescheiden, - schweigsam – die innerlich gütige ... Mutter dachte: ‚Mein Kind soll das erreichen, was mir das grausamste Schicksal einst versagte!!’ [9] Mit 15 Jahren sprach Elsa Baumbach bei mehreren LehrerInnen vor. Sie wurde angenommen und absolvierte eine zweijährige Ausbildung bei einer „dramatischen“ Schauspielerin vom berühmten Meininger Hoftheater. Die Mutter gab ihr ganzes erspartes Geld für Kostüme, Perücken und Schuhe aus. Das Band zur Mutter wurde immer enger: Liesel lernte, - studierte wie besessen: - sie wollte einmal Beweise geben. Dass ein Kind später helfen und dankbar sein würde! – Die folgenden Jahre sind die schönste Einfühlung und aufopfernste Hingabe der Mutter Josefine an ihre Liesel – die nun zur Elisabeth erwachsen sollte! [10] Auch sie genoss nun das anregende Berliner Umfeld. Als Statistin und häufige Theaterbesucherin konnte sie damals die Berühmtheiten ihrer Zeit betrachten: Sarah Bernardt, Yvette Guilbert, Pawlowna, Nijinksi, Isadora Duncan, Kainz, die Duse u. a.

Schauspielerin

Die Kunst war mir das Heilige – ich durfte Dienerin sein. Mit 18 Jahren, nach zweijährigem Studium, erhielt sie ein Engagement am Stadttheater Bonn unter Direktor Otto Beck. Zum ersten Mal war sie fern der Mutter. Ihr Direktor nahm sie unter seine besonders schützende Hand... , er verhinderte z.B. unziemliche Reden in ihrer Gegenwart.[11] Das Rheinland gefiel ihr, mit der Zeit auch die Karnevalsveranstaltungen. Und sie hinterließ einen großen Eindruck bei den RheinländerInnen. Wegbegleiter Carl Niessen erinnert sich: Schon als ich Anfänger am Bonner Stadttheater war, erzählte man sich noch, dass vor drei Jahren eine junge Schauspielerin von ungewöhnlicher Ausdruckskraft vorzeitig weggegangen war, ….[12] Mit 20 Jahren kehrte sie für ein Engagement an das Schillertheater in Berlin-Charlottenburg (1907 bis ca. 1912) nach Berlin zurück, wo sie u. a. die Johanna von Orleans spielte (1908), auch gab sie Gastspiele. Elsa Baumbach war der Typus Schauspielerin, der alle Rollen 'durchleiden' musste. In mein Gefühlsempfinden waren sie schnell aufgenommen; doch langsamer die Worte erlernt! [13] … sie spielte ja nicht! – Nein! – wes war in ihr! Sie erlebte alles, - wie einst die Mutter die Musik! [14], schreibt die Mimin über sich selbst.

Kölner Schauspielhaus

Zwei erste Bühnen interessierten sich dann für meine Begabung; man wünschte, dass ich mich nur vorübergehend in das Fach der ersten Sentimentalen einspiele, und dazu kam ich, fünfundzwanzigjährig, nach Köln, ans städtische Schauspielhaus. ... 'Der Dom! – Der Rhein' – Erhaben festgelegte Begriffe! – Staunend stand sie! – Blickte in den Himmel, blickte in die Ferne – fühlte ehrfürchtig erschauernd die Tradition von Geschlechtern; - war selbst klein und wortlos. [15] Auch Carl Niessen erinnerte sich: …sie war sowohl für Brahm wie für Reinhardt in Aussicht genommen und hatte sich eigentlich nur ein Jahr in Köln, in das Fach der Sentimentalen einspielen sollen. [16] Die Zuneigung war beidseitig. Von 1913 bis 1932 arbeitete Elsa Baumbach am Städtischen Schauspielhaus in Köln, blieb 1914 infolge des Krieges am Rhein ‚hängen…’. [17] Es wurden durch den Weltkrieg dreißig Jahre – und mehr meines Lebens! Und es war gut. [18]

1929 bezog sie mit ihrer Mutter eine Wohnung in der Nähe des Stadtwaldes. Was ihr die Berge der Kindheit gewesen waren suchte und fand sie in der nahe Köln gelegenen Eifel. - Die Mutter blieb die wichtigste Person ihres Lebens. Diese studierte alle Rollen mit ihr, - eine anstrengende mühsame Arbeit, da Elisabeth in ihrem Zimmer immer gleich spielte! [19] Die fast 70jährige, dann 80jährige Mutter übernahm das Einsprechen der anderen Rollen, begleitete sie zu jeder Aufführung, zitterte mit ihr, denn Elsa Baumbach hatte lange mit starken Premierenängsten zu kämpfen.

Elsa Baumbach errang einen ersten künstlerischen Ruf. [20] Sie brillierte z.B. in den Rollen der Rose Bernd, Königin Elisabeth von England, Amalia /Räuber (1915), Richmodis (1915) Christine von Schweden (1917), Julia, Emilia Galotti, Kleopatra, Madame Legros (1918), des Gretchen, Klärchen, der Desdemona, Solveig, Prinzessin Eleonore D’Este (1919) und vielen anderen. Sie überzeugte in Stücken von Strindberg wie von Shakespeare, von Hauptmann wie von Pirandello. Gerade Strindberg brachte sie zum Leuchten: Hier war eine Künstlerin, die sich ganz in das Leid ihrer Gestalten hineinwarf und in der Folge an dem fremden Schmerz verbrannte, den sie wie ein feuriges Kreuz auf sich genommen hatte. [21]

Besonders die Verschiedenheit der Charaktere stach hervor. Elsa Baumbach hat niemals in einer Rolle in einer Rolle versagt. Das klingt konventionell, ist aber nicht so, sondern ganz anders gemeint: als Feststellung eines Könnens und Verhaltens, das einer äußersten künstlerischen Selbstzucht entspringt. [22] Diese Leistung hängt mit ihrem Selbstverständnis zusammen: Ich hatte einen hohen Beruf! – ich nannte ihn ‚Menschendarstellerin’! … Das -Tragische, - erhaben Letzte – bin ich somnambul gegangen! – Über alle Gefahren hinweg, - die ich erst nachher erkannte! – Durch allen menschlich verständlichen Neid; - geführt allein von der Göttin der Kunst!! [23] Die Menschen gingen mit mir zusammen durch mein Leiden und Freuden. – Mein langjähriger verehrter Intendant hier – Fritz Rémond sen. - sagte einmal zu mir – wörtlich: ‚Wenn Sie nicht so verrückt wären, wie Sie es sind, so wären Sie auch nicht diese Künstlerin, die Sie sind! [24] Otto Brües, Redakteur beim Feuilleton der Kölnischen Zeitung, benannte als ihre zwei Quellen: ein ursprüngliches, saftiges Komödiantentum und ein scharfer Geist. ... Sie hatte niemals etwas vom Star, auch nicht in der Zeit ihrer größten Erfolge, als das Auftreten etwa in der ‚Rose Bernd’ genügte, das Haus an der Glockengasse bis auf den letzten Platz zu füllen; so wusste sie in kleinen, humorigen oder grotesken Rollen ebenso vollendete Leistungen zu bringen, etwas als Marthe Schwerdlein, als Kunigunde, als Adele (‚Nickel und die 36 gerechten’). [25] Brüs fuhr fort: Ihre Sprachkunst war einzig, die Stimme drang auch im leisesten Hauch durch, und wenn sie sich im Vers entfalten konnte, war es zugleich immer auch wie ein Sicherfüllen; denn der Vers ist ja schließlich die Form durchgeistigter Sprache. … der Körper hielt die letzte Spannung, wie es schien, mühelos durch. [26] Der Kollege entdeckte einen dramaturgischen Verstand an ihr. Dieser war es seiner Meinung nach, der die Künstlerin befähigte, im ersten Wort ihrer Rolle das letzte und im letzten das erste mitschwingen zu lassen. Sie baut eine Rolle an und auf, und sie wusste immer, warum sie etwas so und nicht anders gab. Dabei drängte sie ihr Spiel niemals vor und ging willig auf die Absichten ein, sie ließ sich gern führen, wenn sie begriffen hatte, dass es notwendig war. Sie spielte in Köln unter den Intendanten Fritz Rémond, Gustav Hartung, Ernst Hardt, Theo Modes und Fritz Holl. Sie kam mit Thomas Mann, Gerhart Hauptmann u.a. Autoren in Kontakt, spielte u.a. mit dem Schauspieler Albert Bassermann, mit Friedl Münzer.

Ihr Privatleben verbrachte sie weiterhin mit ihrer Mutter. Eine in den Memoiren erwähnte 'leichte Neigung' zu einem Mann ließ sich wohl nicht realisieren. Über ihre Mutter schrieb sie Sie war großzügig!! Freiheitsliebend! - Edel! – Stolz! Die Eigenschaften des Königs der Wüste! – und sie war ein mütterlich herber Kamerad! – eine Kraftnatur, trotz sensibler Nerven! [27] In den Jahren des Krieges klammerten [sie] sich aneinander; - wenn sie nur zusammen sterben dürften. [28] Ein Gehirnschlag nahm ihr langsam die Mutter, diese verlangte viel Zuwendung. … sie dankte ihr, dass sie ihr Kind hatte werden dürfen: ‚Mutter, wie groß und rein und schön musste Deine Seele sein, dass ich in Dir so wurde ….’ [29] Eine große Einsamkeit befiel sie nach dem Tod der ‚Lebensgefährtin’.


Berufsunfähigkeit

Schon früh, mit ca. 45 Jahren, musste Elsa Baumbach ihren Beruf aufgeben. [30] Anscheinend war sie nicht ganz freiwillig abgetreten, leichte Kritik schwingt in den folgenden Worten des Kollegen mit: Sie konnte … weder den Dank der Intendanz noch der Stadtverwaltung empfangen; die Umstände, unter denen die seit Jahren leidende Künstlerin zur Verabschiedung genötigt wurde, waren nicht danach …. [31] Nur vom Publikum nahm sie in ihrer Abschiedsvorstellung am 28. Juni 1932 den Dank einer ergriffenen Hörergemeinde entgegen, als sie vor den Vorhang trat. [32] Spät hat die Stadtverwaltung sie zum Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen ernannt. Die Stadt Köln verhinderte, dass sie wirtschaftliche Not leiden musste.[33] Elsa Baumbach veränderte sich merklich, was Niessen eher darauf zurückführt, dass sie nicht mehr spielte: Es bestätigt unsere These, … dass Elsa Baumbach, die einmal so vollendet herrschsüchtige Mannweiber darstellen konnte, im Alter immer weicher und weiblicher wurde.[34]


Rezitatorin

Neben der Bühnentätigkeit und auch im Alter war sie bisweilen als Rezitatorin tätig. Entsprechende Abende hießen ‚Goethe der Liebende’, ‚Rilke’, ‚die Droste’, ‚Dante’ o.ä. Es ist bewundernswert, dass die Künstlerin sich mit den Strapazen der Bühne nicht begnügte und Abende veranstaltete, an denen sie ganz dem Wort diente. Es gewann bei ihr eine Transparenz, dass man hinter die Worte sah. … Sie schien viele Stimmen in sich zu haben. Nur eines konnte sie nicht, pathetisch sein. Das alles ist die Ursache, weshalb sie keinen etikettierbaren Stil hatte. Sie war eine zeitlose Offenbarung. … Der Saal im Hotel Disch war dann stets gefüllt ….[35] Die gealterte Schauspielerin übergab Carl Niessen den Rest an Bildern, den sie aus der sinnlosen Vernichtung des Krieges gerettet hat, nebst einem Manuskript, das ihr Wirken fragmentarisch umreißt und darüber hinaus ein Seelenprotokoll ist … ‚ zur beliebigen Verwendung’. [36] 1957 veröffentlichte Niessen diese (Auto-)Biographie. Sie widmete das Buch ihrer Mutter 'Josefine Steigerwald' (also unter deren Mädchennamen!), der Stadt Köln und ihren treuen Theaterfreunden. Darin druckte sie auch biographisch angelegte lyrische Texte, Natur- und Landschaftsbetrachtungen (bevorzugt von der Eifel und Tieren) sowie Gedichte über die Mutter, über deren Tod, das Alter, Reisen nach Skandinavien usf. ab. Desgleichen enthält die Publikation drei Texte von Weggefährten des Theaters über sie.


Mitgliedschaften und Ehrungen

  • Gerhart-Hauptmann-Plakette(Bei einem Fest im Gürzenich 'durfte' sie Dichtungen von Hauptmann vortragen und erhielt anschließend aus seiner Hand die Auszeichnung.)
  • Vorsteherin der Kleiderkammer der Bühnen.
  • Ehrenmitglied der Bühnen der Stadt Köln
  • Mitglied der GEDOK Köln, Fachgruppe Sprachkunst. Sie wirkte 1929 im vorbereitenden Arbeitsausschuss auf die Gründung hin und war bis zu ihrem Lebensende dem Verband assoziiert.


Würdigung

  • Zweifellos war Elisas Baumbach ein Gnadengeschenk des Schicksals für das Rheinische Theater: sie war nicht nur die stärkste Persönlichkeit im Kölner Ensemble. An eindringlicher Wirkung könnte man allenfalls Louise Dumont mit ihr vergleichen. Die Kölner haben es gewusst, dass sie eine reiche Seele beschenkte und haben es ihr gedankt. [37]
  • Es gehört zum Wesen der echten Schauspielkunst das Mysterium der Bisexualität, ein Fundament der Schöpfung, aber auch eine Quelle der seelischen Disharmonie. Bei der normalen bürgerlichen Frau ist das Weibliche die Dominante, obwohl auch in ihr sich das andere Geschlecht als Schwundform findet und später stärker hervorkommt. … Indem die Schauspielerin um Zuschauer werben muß, indem sie Anwalt der Gestalt ist, die sie mit ihrem Blut tränkt und erwärmt, indem sie Ellenbogen braucht, um sich in der rauhen Luft des Theaters zu behaupten, verbreitert sich die männliche Provenienz in ihr. … Elsa Baumbach besaß die ganze passive Einfühlungsfähigkeit der Frau, daneben aber lag ein unbändiger aktiver männlicher Wille, den man schon in der aggressiven Projektionskraft ihrer Worte spürte, mit dem sie auch die körperliche Hemmung so überwand, wenn sie ‚draußen’ stand, dass selbst der sie kaum merkte, der darum wusste.[38]


Literatur von Elsa Baumbach

  • Elsa Baumbach: Worte die mich suchten – auf den Wegen meines Lebens. [Autobiographie und lit. Texte], hrsg. vom Institut für Theaterwissenschaften der Universität zu Köln, Emsdetten 1957 Verlag Lechte,


Literatur über Elsa Baumbach

  • Steimel, Robert: Kölner Köpfe. Köln 1958 (Selbstverlag)
  • Otto Brües: Elsa Baumbach. In: Elsa Baumbach: Worte die mich suchten. S. 183-185
  • Heinz Stephan: Dienerin der Kunst. Wiedersehen mit Elsa Baumbach. In : ebenda, S. 186 -188 (und in Kölnische Rundschau 18. Mai 1957, USB ZeitungsausschnittsammlungIII.6297)
  • Carl Niessen (Begründer des Bildnisarchivs der Bühnenkünstler): Gratwanderung zwischen Abgründen. in: ebenda, S. 189-196
  • Elsa Baumbach 70 Jahre (USB ZeitungsausschnittsammlungIII.6343).
  • Elsa Baumbach scheidet (USB ZeitungsausschnittsammlungII.15670).
  • Baumbach, Elsa (1957): Eine unvergessene Kölner Schauspielerin (USB ZeitungsausschnittsammlungIII.6342).
  • Esser-Röttgen, Claire; Baumbach, Elsa: Elsa Baumbach zum Abschied (USB ZeitungsausschnittsammlungII.15681).
  • Spael, Wilhelm; Baumbach, Elsa (1932): Abschiedsvorstellung von Elsa Baumbach im Kölner Schauspielhaus (USB ZeitungsausschnittsammlungII.15682).


Wohnorte in Köln

  • 1929 wohnte sie Braunsfeld, Aachenerstr. 407, III. Stock, nahe Stadtwaldgürtel
  • 1955, als Schauspielerin i. R., lebte sie auf der Venloerstraße 1189 in Bocklemünd-Mengenich in einem alten Herrenhaus aus dem 18 Jh. - der Hofanlage Arnoldshof, unter einem Dach mit einer Kunsthistorikerin, einem Bühnenbildner, einem Museumsdirektor und einer Hochschullehrerin.
  • In den späten 1950er Jahren wohnte sie in Köln-Rath, Kellereiweg 28.

Einzelnachweise

  1. EB, S. 79/80
  2. EB, S. 80
  3. EB, S. 19
  4. EB, S. 78
  5. S. 83
  6. EB, S. 84
  7. EB, S. 7
  8. EB, S. 20
  9. EB, S. 90
  10. EB, S. 91
  11. vgl. EB, S. 92
  12. Carl Niessen, S. 190
  13. EB, S. 34
  14. EB, S. 94
  15. EB, S. 93
  16. Carl Niessen, S. 195
  17. Niessen, S. 195
  18. EB, S. 32-33
  19. EB, S. 93
  20. EB, S. 94
  21. Carl Niessen, S. 191
  22. Brües, S. 183
  23. EB, S. 37
  24. S. 36
  25. EB, S. 183
  26. Brües, S. 184
  27. EB, S. 88
  28. EB, S. 94
  29. EB, S. 95
  30. vgl. S. 97
  31. Brües, S. 185
  32. Brües, S. 185
  33. vgl. Brues, S. 189
  34. Carl Niessen, S. 192
  35. Niessen, S. 194-5
  36. EB, S. 189-90
  37. Carl Niessen, S. 196
  38. Carl Niessen, S. 191-2

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